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Dein Partner kommt schlecht gelaunt nach Hause. Du merkst sofort, dass etwas nicht stimmt – und fragst dich, ob du etwas falsch gemacht hast.
Eine Freundin reagiert enttäuscht, weil du ein Treffen absagst. Eigentlich hattest du einen guten Grund. Trotzdem beschäftigt dich ihre Reaktion noch Stunden später.
Oder eine Kollegin ist gestresst und du versuchst sofort, ihr etwas abzunehmen, obwohl du selbst genug zu tun hast.
Warum fällt es uns manchmal so schwer, bei unseren eigenen Bedürfnissen und Entscheidungen zu bleiben, wenn andere enttäuscht oder unzufrieden sind?
Warum haben wir so schnell das Gefühl, etwas tun zu müssen, damit es ihnen wieder besser geht?
Oft geht es dabei um mehr als Hilfsbereitschaft. Um unser Bedürfnis nach Harmonie, um gelernte Verhaltensweisen und manchmal auch um die Angst, nicht mehr gemocht zu werden.
In diesem Artikel möchte ich mit dir genauer hinschauen: Warum fühlen wir uns für die Gefühle anderer verantwortlich – und wie können wir lernen, mitfühlend zu bleiben, ohne uns selbst dabei immer wieder zu übergehen?
Manche Menschen haben ein sehr feines Gespür dafür, wie es anderen geht.
Sie bemerken sofort, wenn jemand stiller ist als sonst. Wenn sich der Tonfall verändert. Wenn eine Antwort kürzer ausfällt oder jemand ungewöhnlich gereizt reagiert.
Vielleicht kennst du das auch.
Du betrittst einen Raum und merkst sofort: Hier stimmt etwas nicht.
Und noch bevor du überhaupt weißt, was los ist, beginnt dein Kopf zu arbeiten.
Du fragst nach, versuchst aufzumuntern, übernimmst eine Aufgabe oder verhältst dich besonders vorsichtig.
Die Gefühle eines anderen Menschen werden plötzlich zu etwas, für das du dich zuständig fühlst.
Dabei hat die schlechte Stimmung vielleicht überhaupt nichts mit dir zu tun.
Und selbst wenn dein Verhalten der Auslöser war, bedeutet das nicht automatisch, dass du dafür sorgen musst, dass der andere möglichst schnell wieder zufrieden ist.
„Du darfst für andere da sein, ohne dich für alles verantwortlich zu fühlen, was sie empfinden.“
Elena | Federleicht Leben
Eigentlich wissen wir, dass Menschen manchmal enttäuscht, wütend oder traurig sind. Das gehört zum Leben dazu und trotzdem kann es sich unglaublich unangenehm anfühlen, wenn jemand in unserem Umfeld gerade nicht glücklich ist.
Vor allem dann, wenn wir selbst der Anlass dafür sein könnten.
Vielleicht hast du Nein gesagt.
Vielleicht hast du eine Entscheidung getroffen, die jemand anderes nicht versteht.
Oder du hast zum ersten Mal ausgesprochen, was du möchtest – und dein Gegenüber reagiert anders als erhofft.
Plötzlich wirst du unsicher.
War ich zu egoistisch?
Hätte ich es anders sagen sollen?
Vielleicht hätte ich doch nachgeben sollen.
Die Enttäuschung des anderen wird zu einem Grund, deine eigene Entscheidung infrage zu stellen.
Und genau das kann dazu führen, dass wir unsere Meinung zurücknehmen, uns ausführlich rechtfertigen oder doch wieder Ja sagen.
Nicht unbedingt, weil wir unsere Entscheidung für falsch halten.
Sondern weil wir die unangenehme Reaktion des anderen möglichst schnell beenden möchten.
Wenn du dich häufig für die Gefühle anderer verantwortlich fühlst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Denn solche Reaktionen entstehen meist nicht von heute auf morgen.
Vielleicht hast du früh gelernt, dass Harmonie besonders wichtig ist.
Dass Streit vermieden werden sollte.
Dass du Rücksicht nehmen musst.
Oder dass es deine Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass es anderen gut geht.
Vielleicht warst du schon als Kind diejenige, die vermittelt, sich angepasst oder versucht hat, niemanden zusätzlich zu belasten.
Vielleicht hast du auch erlebt, dass schlechte Stimmung schwer auszuhalten war und es sich sicherer anfühlte, möglichst schnell wieder für Ruhe zu sorgen.
Die Gründe können sehr unterschiedlich sein.
Was irgendwann hilfreich war, kann sich aber zu einem Muster entwickeln, das wir später ganz automatisch wiederholen.
Dann versuchen wir auch als Erwachsene, die Stimmung anderer zu verbessern, selbst wenn wir dafür unsere eigenen Bedürfnisse zurückstellen müssen.
Und manchmal merken wir gar nicht mehr, dass wir gerade eine Verantwortung übernehmen, die eigentlich nicht unsere ist.
n meinem Newsletter schreibe ich regelmäßig über genau diese kleinen Alltagssituationen: Warum wir reagieren, wie wir reagieren, weshalb wir uns manchmal so schnell selbst infrage stellen und warum es uns schwerfällt, unsere eigenen Bedürfnisse genauso ernst zu nehmen wie die der anderen.
Es geht darum, die eigenen Muster besser zu verstehen und Schritt für Schritt bewusster mit sich selbst umzugehen.
Wenn du meine Gedanken und Impulse regelmäßig lesen möchtest, kannst du dich hier für meinen Newsletter eintragen.
Wenn jemand traurig ist, dürfen wir mitfühlen.
Wenn jemand enttäuscht ist, dürfen wir Verständnis zeigen.
Und wenn wir einen Fehler gemacht oder jemanden verletzt haben, gehört es selbstverständlich dazu, Verantwortung für unser eigenes Verhalten zu übernehmen.
Aber Mitgefühl bedeutet nicht, dass wir jedes unangenehme Gefühl eines anderen Menschen verhindern oder auflösen müssen.
Nehmen wir an, du sagst einer Freundin ab, weil du einen Abend für dich brauchst.
Deine Freundin ist enttäuscht.
Das darf sie sein.
Du kannst verstehen, dass sie sich auf das Treffen gefreut hat. Du kannst ihr sagen, dass du ihre Enttäuschung nachvollziehen kannst.
Aber musst du deshalb deine Entscheidung zurücknehmen?
Musst du dich schlecht fühlen, weil sie traurig ist?
Musst du dafür sorgen, dass sie deine Absage am Ende doch noch gut findet?
Nein.
Du kannst ihre Enttäuschung ernst nehmen und gleichzeitig bei deiner Entscheidung bleiben.
Beides darf nebeneinander existieren.
Und genau das fällt uns manchmal so schwer.
Denn wir verwechseln das Verständnis für die Gefühle anderer mit der Verantwortung, diese Gefühle wieder in Ordnung bringen zu müssen.
Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, warum du so schnell versuchst, die Stimmung anderer zu verbessern.
Natürlich kann dahinter der ehrliche Wunsch stecken, einem Menschen zu helfen.
Manchmal gibt es aber noch einen zweiten Grund.
Wir möchten, dass es dem anderen wieder besser geht, damit wir uns selbst nicht länger unwohl fühlen.
Wenn jemand enttäuscht ist, fühlen wir uns schuldig.
Wenn jemand wütend ist, werden wir unsicher.
Wenn jemand schweigt, beginnen unsere Gedanken zu kreisen.
Also versuchen wir, die Situation möglichst schnell zu verändern.
Wir erklären uns noch einmal.
Wir entschuldigen uns, obwohl wir eigentlich nichts falsch gemacht haben.
Wir geben nach.
Oder wir übernehmen etwas, das wir ursprünglich gar nicht übernehmen wollten.
Kurzfristig funktioniert das vielleicht sogar.
Die Stimmung wird besser. Der Konflikt ist vermieden. Wir können wieder aufatmen.
Doch langfristig kann genau dadurch ein Muster entstehen, das uns immer wieder erschöpft:
Wir versuchen, die Gefühle anderer zu regulieren, statt zu lernen, unsere eigenen unangenehmen Gefühle auszuhalten.
Und damit machen wir uns ein Stück weit abhängig davon, ob andere Menschen gerade zufrieden mit uns sind.
Vielleicht weißt du längst, dass du nicht für jede Stimmung verantwortlich bist.
Dass du nicht alle Menschen glücklich machen kannst.
Und dass du deine eigenen Bedürfnisse genauso ernst nehmen möchtest wie die der anderen.
Und trotzdem passiert es immer wieder.
Du fühlst dich schuldig, wenn jemand enttäuscht ist. Du versuchst, Konflikte zu vermeiden. Du übernimmst Verantwortung, obwohl du selbst schon genug zu tun hast.
Genau an diesem Punkt setzt meine Arbeit im 1:1-Coaching an.
Wir schauen nicht nur darauf, wie du in solchen Situationen anders reagieren kannst.
Sondern vor allem darauf, warum du immer wieder so reagierst.
Welche Erwartungen stellst du an dich selbst? Was befürchtest du, wenn jemand unzufrieden mit dir ist? Welche Überzeugungen und Erfahrungen beeinflussen dein Verhalten?
Und wie kannst du beginnen, deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, deine Grenzen ernst zu nehmen und im Alltag bewusster zu entscheiden?
Dabei geht es nicht darum, weniger mitfühlend zu werden.
Sondern darum, auch dich selbst in deinen Beziehungen nicht aus dem Blick zu verlieren.
Wenn du merkst, dass dich diese Muster schon länger begleiten und du sie nicht nur verstehen, sondern auch verändern möchtest, können wir in einem kostenfreien Kennenlerngespräch gemeinsam schauen, ob mein Coaching zu dir und deinem Anliegen passt.
Es ist etwas Schönes, wenn dir andere Menschen wichtig sind.
Wenn du aufmerksam bist, Rücksicht nimmst und bemerkst, wie es deinem Gegenüber geht.
Aber du musst nicht jede schlechte Stimmung verändern.
Nicht jede Enttäuschung verhindern.
Und nicht jeden Konflikt lösen.
Andere Menschen dürfen enttäuscht, traurig oder verärgert sein, ohne dass du deshalb automatisch etwas falsch gemacht hast.
Und selbst wenn du der Anlass für ihre Gefühle bist, darfst du prüfen, wofür du tatsächlich Verantwortung übernehmen möchtest und wofür nicht.
Vielleicht beginnt Veränderung genau dort:
Wenn du bemerkst, dass jemand unzufrieden ist, und nicht sofort überlegst, wie du das ändern kannst.
Sondern dich zunächst fragst:
„Was liegt gerade wirklich in meiner Verantwortung – und was nicht?“
Denn du kannst ein mitfühlender Mensch sein, ohne dich selbst dabei immer wieder hinten anzustellen.
Du musst nicht dafür sorgen, dass alle Menschen um dich herum zufrieden sind. Vielleicht reicht es, beim nächsten Mal wahrzunehmen, warum dich die Enttäuschung oder schlechte Stimmung eines anderen so sehr beschäftigt.
Wenn du Lust auf weitere Gedanken und Impulse rund um Selbstwert, eigene Bedürfnisse und einen bewussteren Umgang mit dir selbst hast, findest du mich auch auf Instagram. Und wenn du mir persönlich schreiben möchtest, freue ich mich über deine E-Mail.
Deine
Elena
