Elena, Spiritual Life Coach und Yogalehrerin, sitzt ruhig und lächelnd vor einem hellen Hintergrund. Sie steht für Achtsamkeit, Selbstliebe und ganzheitliche Begleitung mit Yoga, Meditation und Coaching.

Warum fühlt sich Ausruhen oft falsch an?

Lesedauer: ca. 5 Minuten

Endlich ist kurz nichts zu tun.

Du setzt dich aufs Sofa, machst dir vielleicht einen Kaffee – und eigentlich könntest du diesen Moment einfach genießen.

Eigentlich.

Denn kaum sitzt du, fällt dir ein, was du noch erledigen könntest.

Die Wäsche. Die Nachricht, auf die du noch nicht geantwortet hast. Etwas für die Arbeit. Der Einkauf. Dieses eine Ding, das du schon seit Tagen vor dir herschiebst.

Und plötzlich fühlt sich Ausruhen gar nicht mehr so erholsam an.

Vielleicht wirst du unruhig. Vielleicht greifst du automatisch zum Handy. Vielleicht stehst du wieder auf und machst „nur noch schnell“ etwas.

Oder da ist dieser Gedanke: Ich kann doch jetzt nicht einfach hier sitzen.

Warum fällt uns Ausruhen manchmal so schwer – selbst dann, wenn wir eigentlich dringend eine Pause brauchen?

Die Antwort liegt oft nicht darin, dass wir einfach lernen müssten, besser zu entspannen. Es lohnt sich, einen Schritt früher anzusetzen: Was passiert eigentlich in uns, wenn wir nichts leisten, erledigen oder für andere tun?


Wir leben in einem Alltag, in dem eigentlich immer etwas zu tun ist.

Wenn die Arbeit erledigt ist, wartet zu Hause etwas. Wenn dort gerade nichts Dringendes ansteht, gibt es Nachrichten zu beantworten, Termine zu organisieren oder Dinge, die wir eigentlich auch mal wieder machen müssten.

Aber häufig liegt es nicht allein an einer langen To-do-Liste.

Denn selbst wenn wir tatsächlich Zeit hätten, fällt es vielen von uns schwer, sie einfach frei zu lassen.

Wir könnten uns hinlegen – und räumen stattdessen die Küche auf.

Wir könnten einen Nachmittag nichts vorhaben – und suchen nach etwas, das noch erledigt werden könnte.

Wir könnten einfach aus dem Fenster schauen – und greifen nach wenigen Sekunden zum Handy.

Wir sind so daran gewöhnt, etwas zu tun, dass sich Nichtstun plötzlich ungewohnt anfühlt.

Und manchmal sogar falsch.


„Ruhe ist nichts, was du dir verdienen musst. Sie gehört genauso zu deinem Leben wie all das, was du jeden Tag leistest.“

Elena | Federleicht Leben


Vielleicht kennst du Gedanken wie:

Ich müsste eigentlich noch …

Die anderen machen doch auch weiter.

Ich war heute noch gar nicht richtig produktiv.

Das kann ich auch später machen.

Interessant ist dabei das kleine Wort „erst“.

Erst mache ich die Küche.

Erst beantworte ich die Mails.

Erst erledige ich noch schnell diese eine Sache.

Dann darf ich mich ausruhen.

Ruhe wird damit zu etwas, das am Ende des Tages übrig bleiben darf – wenn alles andere erledigt ist.

Das Problem: Dieser Moment kommt selten.

Denn irgendeine Aufgabe gibt es fast immer.

Und so lernen wir irgendwann, auf unseren Körper erst dann zu hören, wenn seine Signale so laut geworden sind, dass wir sie kaum noch ignorieren können.


Hier wird es für mich besonders spannend.

Denn hinter dem schlechten Gewissen beim Ausruhen kann eine Frage stecken, die zunächst gar nichts mit Pausen zu tun zu haben scheint:

Wie viel von meinem eigenen Wert verbinde ich damit, was ich leiste?

Viele von uns haben früh erlebt, dass Leistung Anerkennung bringt.

Wir werden gelobt, weil wir etwas gut gemacht haben. Weil wir fleißig sind. Weil wir helfen. Weil wir zuverlässig sind. Weil auf uns Verlass ist.

Daran ist zunächst nichts falsch.

Schwierig wird es, wenn wir irgendwann anfangen, daraus etwas über unseren Wert abzuleiten.

Wenn ich viel schaffe, war es ein guter Tag.

Wenn ich gebraucht werde, bin ich wichtig.

Wenn ich nichts leiste – was habe ich dann eigentlich getan?

Dann kann Ausruhen unangenehm werden.

Nicht unbedingt, weil wir keine Ruhe mögen.

Sondern weil in der Ruhe plötzlich das fehlt, worüber wir uns sonst so häufig bestätigen: das Tun, Schaffen und Kümmern.

Und vielleicht liegt genau darin eine interessante Frage: Kannst du einen Tag als wertvoll empfinden, auch wenn du nicht viel geschafft hast?


In meinem Newsletter schreibe ich regelmäßig über genau diese kleinen Situationen aus unserem Alltag: warum wir uns selbst so schnell hinten anstellen, weshalb wir immer wieder in dieselben Reaktionen rutschen und wie wir beginnen können, uns selbst darin besser zu verstehen.

Nicht mit dem nächsten Punkt auf deiner Selbstoptimierungs-Liste, sondern mit Gedanken, Fragen und kleinen Impulsen, die dich im Alltag begleiten.


Wenn du meine Gedanken und Impulse dazu regelmäßig lesen möchtest, kannst du dich hier kostenfrei für meinen Newsletter eintragen.

„Elena Dorner von Federleicht Leben – Impulse zu People Pleasing, Selbstwert und eigenen Bedürfnissen“

„Ich brauche eine Pause.“

Dieser Satz kommt bei vielen von uns ziemlich spät.

Nicht beim ersten Anzeichen von Müdigkeit.

Nicht dann, wenn wir merken, dass unsere Konzentration nachlässt.

Nicht wenn wir gereizter werden oder eigentlich gern einen Abend für uns hätten.

Wir machen weiter.

Bis der Körper deutlicher wird.

Bis wir erschöpft auf dem Sofa liegen. Bis der Kopf nicht mehr kann. Bis das Wochenende nur noch dafür da ist, sich vom Rest der Woche zu erholen.

Wir erlauben uns Ruhe häufig erst dann, wenn wir sie vor uns selbst rechtfertigen können.

Wenn wir wirklich müde genug sind.

Wenn wir genug geschafft haben.

Wenn es gerade wirklich nicht mehr anders geht.

Aber Selbstfürsorge beginnt nicht erst dort, wo nichts mehr geht.

Sie beginnt viel früher: bei der Wahrnehmung, dass gerade etwas zu viel wird.


Es gibt noch einen Grund, warum wir manchmal glauben, wir hätten Pause gemacht – und uns danach trotzdem nicht wirklich erholt fühlen.

Wir hatten eine Stunde frei.

Aber in dieser Stunde haben wir Nachrichten beantwortet, Instagram geöffnet, etwas recherchiert, nebenbei eine Serie geschaut und schon einmal darüber nachgedacht, was morgen ansteht.

Unser Körper saß auf dem Sofa.

Unser Kopf war überall.

Das bedeutet nicht, dass du in deiner Pause meditieren musst oder dein Handy ab jetzt in einem anderen Zimmer liegen sollte.

Aber es lohnt sich, einmal zu beobachten: Was lässt mich tatsächlich ruhiger werden – und womit beschäftige ich mich einfach nur weiter?

Das kann für jeden Menschen etwas anderes sein.

Ein Spaziergang. Ein Buch. Yoga. Musik. Zehn Minuten mit einer Tasse Tee. Im Garten sitzen. Eine Meditation. Oder tatsächlich einfach einmal nichts.

Der entscheidende Punkt ist weniger, wie deine Pause aussieht.

Sondern ob du in ihr wirklich für einen Moment aufhörst, etwas erledigen zu müssen.

Wenn dir Ausruhen schwerfällt, musst du nicht gleich einen ganzen Nachmittag freihalten und erwarten, dass du ihn tiefenentspannt genießen kannst.

Interessanter ist zunächst zu beobachten, was in dir passiert, sobald du langsamer wirst.

Wirst du unruhig?

Denkst du sofort daran, was noch erledigt werden müsste?

Hast du ein schlechtes Gewissen?

Oder kommt der Gedanke auf, dass du deine Zeit gerade sinnvoller nutzen könntest?

Genau hier beginnt für mich wieder Spüren. Verstehen. Verändern.

Nicht sofort gegen diese Gedanken ankämpfen.

Erst einmal bemerken, dass sie da sind.

Und dann vielleicht fragen: Warum glaube ich gerade, dass ich diese Pause nicht verdient habe?

Manchmal verändert allein diese Frage schon etwas.

Denn dann geht es plötzlich nicht mehr darum, dich zum Ausruhen zu zwingen.

Sondern darum, zu verstehen, warum du glaubst, vorher etwas leisten zu müssen.

Manchmal reichen zehn Minuten auf dem Sofa.

Und manchmal merken wir, dass wir schon so lange im Tun sind, dass es schwerfällt, mitten im eigenen Alltag wirklich herauszukommen.

Genau das ist etwas, das ich bei meinen Retreats immer wieder beobachte.

Plötzlich gibt es für eine Weile keine Wäsche, die nebenbei gemacht werden könnte. Keine To-do-Liste, die auf dem Tisch liegt. Nicht ständig den nächsten Punkt, der erledigt werden möchte.

Stattdessen entsteht Zeit für Bewegung, Meditation, Stille, Reflexion, Austausch – und dafür, überhaupt wieder wahrzunehmen:

Wie geht es mir eigentlich gerade?

Ein Retreat löst nicht automatisch alles, was im Alltag schwierig ist. Aber der Abstand kann helfen, einmal aus dem gewohnten Rhythmus auszusteigen und wieder klarer zu merken, was dir guttut, was gerade zu viel ist und wovon du vielleicht wieder mehr in deinen Alltag mitnehmen möchtest.

Wenn du dir genau dafür bewusst Zeit nehmen möchtest, findest du hier meine aktuellen Retreats.

Yoga Retreat für Frauen mit Federleicht Leben

Vielleicht fällt dir Ausruhen nicht schwer, weil du einfach „schlecht im Entspannen“ bist.

Vielleicht hast du dich einfach sehr daran gewöhnt, etwas zu tun.

Zu leisten.

Dich zu kümmern.

Dinge zu erledigen.

Und vielleicht fühlt sich Ruhe deshalb zunächst ungewohnt an.

Das muss sich nicht von heute auf morgen ändern.

Aber du kannst anfangen, genauer hinzuhören: Wann brauche ich eigentlich eine Pause – und wann erlaube ich sie mir tatsächlich?

Denn dein Wert verändert sich nicht mit der Länge deiner To-do-Liste.

Ein produktiver Tag macht dich nicht wertvoller.

Und ein Nachmittag, an dem du wenig geschafft hast, macht dich nicht weniger wertvoll.

Vielleicht beginnt Veränderung genau dort:

Nicht erst auszuruhen, wenn alles erledigt ist.

Sondern dir zu erlauben, auch dann eine Pause zu machen, wenn noch etwas zu tun wäre.


Du musst heute nicht anfangen, besser auszuruhen. Vielleicht reicht es, beim nächsten Mal wahrzunehmen, was in dir passiert, wenn du es versuchst.

Wenn du Lust auf weitere Gedanken und Impulse rund um Selbstfürsorge, Selbstwert und einen bewussteren Umgang mit dir selbst hast, findest du mich auch auf Instagram. Und wenn du mir persönlich schreiben möchtest, freue ich mich über deine E-Mail.

Deine

Elena

Elena Dorner, Spiritual Life Coach, systemische Coachin und Yoga- und Meditationslehrerin bei Federleicht Leben